3DEXPERIENCE und Trends im digitalen Zeitalter

December 08, 2015

Bertrand Sicot, der neue Senior Vice President des Vertriebskanals  3DS Value Solutions von Dassault Systèmes, ist seit langem mit großem Erfolg im internationalen Vertrieb tätig. Nun hat er die Verantwortung für die weltweite Unternehmensstrategie des indirekten Vertriebsnetzwerks mit über 500 Partnern in 36 Ländern übernommen. Jonas Gejer, CEO von TechniaTranscat hat sich mit Bertrand Sicot zusammengesetzt, um mehr über dessen Zukunftsideen, die Vorteile der neuen Strategie, die Veränderungen in der Partnerlandschaft und Perspektiven der 3DEXPERIENCE Plattform zu erfahren.

Jonas Gejer: Sie waren lange Zeit in den USA tätig, worin sehen Sie die Hauptunterschiede zwischen dem amerikanischen und europäischen Markt?

Bertrand Sicot: Das ist eine sehr gute Frage, wirklich eine äußerst interessante Frage. Wenn man den US-Markt mit dem europäischen vergleicht, so besteht meiner Meinung nach der Hauptunterschied darin, wie schnell neue Technologien übernommen werden. In Nordamerika übernimmt man neue Technologien sehr schnell, Veränderungen, das liegt ihnen sozusagen im Blut. Etwas zu ändern und dann noch einmal ändern, ist dort kein Problem. In Europa haben wir da eine viel mehr technisch geprägte Denkweise und bevor wir etwas ändern, wird alles erst einmal detailliert geprüft. In Amerika springt man einfach erst einmal ins Wasser, dann merkt man schon, ob man schwimmen kann, wenn Sie verstehen, was ich meine. Unternehmen können neue Technologien wirklich schnell übernehmen, um dann zu einer anderen und wieder anderen zu  wechseln. In Europa sind wir da viel langsamer, aber WENN wir etwas verändern, dann wissen wir, warum wir das tun und dass wir längerfristig dabei bleiben.

JG: Welches sind die wichtigsten Markttrends für die nächsten Jahre?

BS: Der erste ist die Mobilität. Sie ist jetzt allgegenwärtig. Mobilität spielt eine wichtige Rolle in unserem Privatleben und ist auch ein wichtiger Teil unseres Berufslebens geworden. Wenn man sich einmal umschaut, wie viele Menschen Geräte wie Laptops, PDAs  und Tablets ins Büro mitnehmen. Und wenn ich mir die Kunden in den Ingenieurbüros ansehe, dann bestätigt sich dieser Trend. Für uns bedeutet das, dass wir nützliche und sinnvolle Anwendungen für diese Geräte entwickeln müssen und dabei die Funktionen der Anwendung an die des Geräts anpassen. Natürlich benutzt man ein Tablet nicht wie einen Desktop-Computer. Der zweite Trend ist eindeutig die Cloud. Die Kunden müssen in der Lage sein, sich von überall in die Anwendungen einzuloggen und die Cloud macht das möglich.

JG:  Wie sehen Sie den Zusammenschluss zwischen Technia und Transcat?

BS: Ich freue mich sehr über diesen Zusammenschluss. Ich sehe da zwei sehr leistungsfähige Unternehmen, die sich in Bezug auf ihre Fähigkeiten, Kundenprofile und auch die Unternehmenskultur bestens ergänzen. Mir ist klar, dass sich die schwedische Sichtweise von der deutschen unterscheidet, aber ich glaube, dass ein Zusammenschluss kulturell bereichernd ist. Ich bin auch davon überzeugt, dass man, wenn man es richtig angeht, die Werte der beiden Kulturen gewinnbringend einsetzen kann. Der Kunde kann davon nur profitieren und das gilt auch für Dassault Systèmes. Ich stehe dem Zusammenschluss also sehr positiv gegenüber. Ihr Konzern sendet damit ein starkes Signal des Vertrauens aus, dass Sie zu umfangreichen Investitionen in anderen Ländern entschlossen sind. Es ist eine Sache, eine Firma im gleichen Land oder zumindest in Skandinavien zu übernehmen, eine andere, sich auf den deutschen Markt zu begeben. Es ist ein sehr positives Signal. 

JG: DS ist ja traditionell sehr stark in den Kernbranchen wie der Automobilindustrie, dem Maschinenbau und der Luft- und Raumfahrt – wie sehen Sie das Wachstum in Branchen wie den Life Sciences, dem Einzelhandel und der Hightechindustrie?

BS: Ich sehe da allerbeste Geschäftsperspektiven, aber eines ist mir ganz klar: Wenn man in diesen neuen Industrien Erfolg haben will, muss man Mitarbeiter einstellen, die einen anderen Background haben als diejenigen, die derzeit für uns tätig sind. Damit will ich sagen, dass unsere Lösungen nur deshalb so erfolgreich auf die Automobilbranche, die Luft- und Raumfahrtindustrie und Industrieausrüstungen angepasst wurden, weil diese mit dem Maschinenbau zu tun haben. Unsere Mitarbeiter kommen aus dem Bereich Maschinenbau und sind da sehr kompetent. Wenn wir es mit Unternehmen aus den Life Sciences oder Hightech zu tun haben, brauchen wir Leute, die sich mit Elektronik, Life Sciences und Chemie auskennen. Dieser Herausforderung müssen wir uns gemeinsam stellen. Wir müssen dafür sorgen, dass wir Talente mit ins Boot holen, die Fähigkeiten und Profile mit sich bringen, die für uns ungewöhnlich sind. Ich finde das sehr spannend, da ich von Natur aus neugierig bin. Ich bin auch der Überzeugung, dass alles mit den Menschen beginnt.  Wenn es um geeignete Lösungen geht, sehe ich uns da auf einem guten Weg, in den neuen Industrien Erfolg zu haben. Die Herausforderung besteht jetzt für uns darin, das zu wiederholen und daran anzuknüpfen. Wir werden einen Proof-of-Concept machen oder ein Muster erstellen und es wird nur nachhaltig sein, wenn wir es replizieren können.

JG:  Sie haben eine neue Strategie für die Value Solutions Partner entwickelt. Könnten Sie bitte darlegen, welche Vorteile dieses Programm dem Endkunden bringen wird?

BS: Die Vorteile für unseren Endkunden werden sich an der Kundenzufriedenheit messen lassen. Wie gut die von uns gelieferten Lösungen sind, wie schnell wir diese liefern usw. wird sich an der Kundenzufriedenheit messen lassen. Ich glaube an das Einfache und alles, was wir vereinfachen können, wird den durch den Kunden wahrgenommenen Produktwert verbessern. Und in diesem Sinne interagieren wir mit unseren Partnern.

JG: Die 3DEXPERIENCE-Plattform ist sehr breit angelegt und umfassend, welche sind die drei Hauptvorteile der neuen Plattform für unsere Kunden?

BS: Zunächst ist die 3DEXPERIENCE Plattform eine Business-Plattform für Unternehmen und Gesellschaften. Zweitens stellt sie eine Lösung dar, die die Menschen, Daten, die Lösung und auch die Ideen verknüpft. Sie verbindet Menschen aller Unternehmensebenen und -bereiche, und nicht nur die Mitarbeiter im Produkt-Design mit denen des Engineerings. Drittens ist sie eine innovative Plattform, die dazu beiträgt, dass Menschen in einer einheitlichen, einfach zu bedienenden Umgebung Innovationen schaffen. Wenn man erst die Plattform hat, kann man alles mit ihr verbinden. Sie umfasst die Arbeitsprozesse im gesamten Unternehmen.

JG: Wenn Sie einmal einen Blick in die Kristallkugel werfen und sich unsere Branche in 10 Jahren vorstellen, was werden die wichtigsten Veränderungen sein?

BS: Alles wird digital sein, da bin ich mir sicher. Die Interaktion mit dem Kunden wird digital sein, man wird ein Produkt sehen, bevor es überhaupt existiert, man wird es sogar schon ausprobieren können, bevor es existiert usw. Das meine ich mit digital. Die Welt bewegt sich so schnell, die Technologien schreiten so rasch voran, dass es vielleicht sogar schon früher als in zehn Jahren soweit ist.

 

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