Viele sehen die Chancen einfach nicht

October 10, 2017

Während die Digitalisierung den Weg für neue Geschäftsmodelle und Innovationen bereitet, kämpfen viele traditionelle Unternehmen damit, mit dem Tempo des Wandels Schritt zu halten. Leif Östling, Vorsitzender des schwedischen Unternehmerverbandes und früherer CEO von Scania, erörterte diese Herausforderungen in einem Interview mit dem PLM- Magazin von TechniaTranscat.

Wie ändern sich gegenwärtige Geschäftsmodelle durch die Digitalisierung?

“Ich komme aus einer sehr traditionellen B2B-Branche, in der es riesige Chancen dafür gibt, bestehende Geschäftsmodelle durch digitale Technologie und Innovationen zu erweitern. Das Konzept, nur ein physisches Produkt zu haben, ist veraltet. Sie benötigen eine Kombination aus physischen und virtuellen Produkten, zum Beispiel Sensoren mit Prognosealgorithmen, die vorhersehen, wann bestimmte Maschinenteile ersetzt werden müssen. Es gibt heute gewaltige Möglichkeiten, neue Dienstleistungen um ein bereits vorhandenes Produkt herum zu erstellen. Unglücklicherweise sind aber viele Unternehmen nicht in der Lage, diese Möglichkeiten auch zu erkennen.”

Wie finden Unternehmen die richtige Balance zwischen Innovation und der Pflege eines traditionellen Geschäftsmodells?

“Der Schlüssel liegt darin, kein statisches Geschäftsmodell mehr zu haben. Selbst IKEA hat beispielsweise kürzlich in der Innenstadt von Stockholm einen kleinen Ausstellungsraum nur für Küchen eröffnet, in dem Kunden Produkte ausprobieren und dann für die Lieferung nach Hause bestellen können. Und Amazon hat in den USA Whole Foods erworben, um es als sichtbares Schaufenster für seine Produkte zu nutzen.”

Besteht die Gefahr, dass das menschliche Element in Vergessenheit gerät, wenn sich Unternehmen zu sehr auf die Technologie konzentrieren?

“Ja. Es ist unglaublich wichtig, die Menschen nicht aus den Augen zu verlieren. Technologie ist ein Werkzeug. Der Schlüssel liegt jedoch darin, die Menschen zu finden, die über das Wissen verfügen, dieses Werkzeug einzusetzen. Dies ist der einzige Weg, neue Ideen und die Kraft der Innovation sinnvoll für Ihr Geschäftsmodell zu nutzen.”

Wenn man 5 – 10 Jahre in die Zukunft blickt, worin liegt dann der Schlüssel dafür, Geschäftsmodelle zu entwickeln, die weiterhin einen Wettbewerbsvorteil haben?

“Ein essenzieller Aspekt ist, nicht zu weit in die Zukunft zu schauen. Sie müssen sich darauf konzentrieren, das bereits Vorhandene zu verbessern, indem Sie es vielleicht Jahr für Jahr um 5 – 10 Prozent verändern. Man sollte nicht versuchen, 100 Prozent zu verändern.
Ein Geschäftsmodell kann immer nur ein Spiegel für die Wünsche Ihres Kundenstamms sein. Wenn Sie Ihrem Kundenstamm zu weit vorauseilen, werden diese Ideen keinen Erfolg haben. Versuchen Sie nicht, voraus zu ahnen, was in 10 Jahren sein wird, weil das irrelevant ist.”

Wie sollten Unternehmen vor diesem Hintergrund langfristige Strategien entwickeln, um die Digitalisierung zu ihrem Vorteil zu nutzen?

“Sie müssen alle digitalen Tools als nützliche Hilfsmittel sehen und dann die richtigen Tools auswählen, um Ihr Geschäftsmodell in einer Weise zu entwickeln, die für Ihren Kundenstamm relevant ist. Letztendlich ist es der Kunde, der darüber entscheidet, was ein Erfolg wird. Nicht das Unternehmen. Traditionelle Unternehmen arbeiten immer noch mit einem Denkansatz, der von innen nach außen gerichtet ist und nicht von außen nach innen. Um es anders auszudrücken: Unternehmen sollten von außen - mit dem Kunden - beginnen und dann nach innen in Richtung des Unternehmens arbeiten.”

Welche Auswirkungen werden diese neuen Geschäftsmodelle auf den Arbeitsmarkt haben?

“Der Anteil des Personals, dass direkt an der Produktion beteiligt ist, wird weiter abnehmen. Nehmen wir Scania als Beispiel. Heute ist nur noch etwa ein Drittel der Beschäftigten in der Produktion tätig. Vor zwanzig Jahren waren es noch zwei Drittel.”

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Foto: Ernst Henry Fotograf

 

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