BVB INNOVATE entscheidet sich für 3DEXPERIENCE on Cloud

Für die Entwicklung von Mobat, der ersten mobilen Batterie auf Rädern, setzt das Unternehmen die 3DEXPERIENCE Plattform und die Branchenlösung ElectroMobility Accelerator in der Cloud ein.

Aufstrebender Anbieter elektrischer Mobilitätslösungen

Dr. Manfred Baumgärtner, Gründer und CEO der BVB Innovate GmbH, möchte, dass jeder Spaß am Fahren eines E-Fahrzeugs hat - stressfrei und ohne Angst, auf der Autobahn liegen zu bleiben, weil keine Ladestation in Sicht ist. „Wir bei BVB Innovate lieben die uneingeschränkte Mobilität“, erklärt er. „Wir möchten, dass Fahrer von E-Autos genau wie mit einem herkömmlichen Dieselfahrzeug überall hinfahren und ihr Auto egal wo aufladen können.”


Die Idee zu einer schnell und einfach aufzuladenden mobilen Batterie hatte er vor über zehn Jahren. „Unsere mobile Batterie, bzw. Mobat, ist auf einem Anhänger montiert und kann stationiert werden, wo immer Sie parken, oder an ein Auto angehängt werden, um sie beim Fahren zu laden und so die Reichweite zu steigern“, führt Baumgärtner aus. „Einige Elektrofahrzeuge haben eine Reichweite von 200 bis 300 km, kosten aber viel und brauchen Turboladestationen für ihre Batterien. Mit unserer Mobat können Sie Ihr Auto je nach Marke überall in einem Zeitraum von nur 15 Minuten bis zu einer Stunde laden und sind unabhängig von einer kostspieligen Ladeinfrastruktur.“


Schick, stabil und sicher

Die größte unternehmerische Herausforderung des kleinen Start-ups bestand in der Entwicklung eines völlig neuen Konzepts für die E-Mobilität, das bei den Verbrauchern ankam. BVB Innovate war überzeugt, dass sie dieses Ziel mit einem schicken, stabilen und sicheren Produkt erreichen könnte.


Zur Entwicklung ihres revolutionären Produkts entschied sich BVB Innovate für die 3DEXPERIENCE® Plattform von Dassault Systèmes und die Branchenlösung Electro-Mobility Accelerator in der Cloud. „Diese Konstruktionslösung wird von vielen Fachkollegen in der Automobilindustrie verwendet, sodass der Informationsaustausch mit ihnen einfacher wird”, so Baumgärtner. „Ein Partner ist BMW und wir entwickeln gemeinsam eine Mobat zur Steigerung der Reichweite des neuen i3-Modells. Den Ansprüchen gerecht zu werden, ist eine Herausforderung und die Lösung Electro-Mobility Accelerator optimiert mit ihrer Applikation CATIA für die Konstruktion unsere Zusammenarbeit.”


„Die Schnellladung war ein offensichtliches Kriterium, aber das ansprechende Aussehen war auch wichtig. Daher haben wir einen freiberuflichen Designer von der Milano Design School in Italien beauftragt, der das einzigartige runde Design der Mobat konzipierte und erschuf. Die mobile Batterie wird 2018 auf den Markt kommen, kann aber jetzt schon auf unserer Website vorbestellt werden. Das Feedback unserer Kunden ist äußerst positiv, da sowohl die Ästhetik wie auch die Idee gefallen.
Sicherheit ist ein weiterer Schwerpunkt“, fährt Baumgärtner fort, „denn Sie haben ein unter Hochspannung stehendes Gerät, das von einem Fahrzeug mit 120 km/h gezogen wird, Vibrationen sowie extremen Wetterbedingungen ausgesetzt und auch noch unfallgefährdet ist. Wir verwenden zwar eine standardmäßige Lithium-Ionen-Batterie , wie sie in Fahrzeugen von Tesla oder im BMW i3 zu finden ist, jedoch haben wir sie komplett neu gestaltet, damit sie schnell lädt und Extremtemperaturen von Saudi-Arabien bis Norwegen standhält. Unser Produkt ist zudem äußerst kompakt. Jeder Millimeter wurde optimal genutzt.“


Die Hardware der Mobat muss behördlichen Vorschriften entsprechen und vor der Vermarktung gründlich getestet werden. „Dank der umfassenden und integrierten Plattform mit all unseren Daten können wir Prüfern die verschiedenen Stadien des Entwicklungsprozesses und die Erfüllung der Sicherheitsanforderungen demonstrieren.“


Geringe Investitionen in IT

BVB Innovate hat sich für Electro-Mobility Accelerator in der Cloud entschieden, um den Zugriff aller Partner ihres verteilten Netzwerks auf ihre Produktdaten zu vereinfachen. „Wir wollten sicherstellen, dass die verschiedenen an diesem Projekt beteiligten Akteure nahtlos zusammenarbeiten können. Und dafür ist die Cloud ideal“, sagt Baumgärtner. „Außerdem brauchen wir uns nicht um die Einrichtung einer besonderen IT-Infrastruktur zu kümmern, was zeitaufwändig sowie kostenintensiv bei der Verwaltung wäre. Bei der Cloud gibt es keine Überraschungen in Kostenfragen. Wir zahlen eine jährliche Mietgebühr, sodass von vorne herein alles klar ist. Software-Upgrades erfolgen zudem automatisch und unsere Daten sind sicher. Dassault Systèmes erstellt sogar Sicherungskopien davon. Anderen Start-ups kann ich diese Art der Konfiguration definitiv empfehlen. Sie können von Anfang an eine vollwertige Branchenplattform nutzen, klein anfangen und entsprechend der Geschäftsentwicklung wachsen, da die Plattform flexibel ist.“


Technia Transcat, ein Business Partner von Dassault Systèmes, hat BVB Innovate durch den Auswahlprozess begleitet und Baumgärtner samt Team etliche Male getroffen, um sie beim Definieren ihrer Arbeitsumgebung zu unterstützen. „Da diese Technologien Neuland für uns waren, hat sich Technia Transcat die Zeit genommen, uns mit den verschiedenen Konstruktions- und Simulationsfunktionen sowie ihren Ideen vertraut zu machen, wie wir Electro-Mobility Accelerator am besten zur Perfektionierung unseres Produkts einsetzen können“, berichtet Baumgärtner. „Die Implementierung war unkompliziert. Mit nur wenigen Klicks hatten wir Zugang zur Cloud und waren betriebsbereit. Mit der qualitativ hochwertigen Unterstützung seitens Technia Transcat sind wir äußerst zufrieden.“


Modulare Konstruktion

Bei der Konstruktion der mobilen Batterie setzt BVB Innovate von A bis Z auf CATIA von Dassault Systèmes. „Die erstklassigen Oberflächenfunktionen von CATIA nutzen wir zur Gestaltung unserer runden Form. Die verschiedenen Module der Batterie erstellen wir separat und setzen sie gemäß Batteriemerkmalen, wie z. B. Batteriekapazität, normale oder schnelle Ladegeschwindigkeit oder je nachdem, ob die Mobat ein Fahrzeug während der Fahrt laden soll, wie ein Baukastensystem zusammen.“


BVB Innovate nutzt ihr Know-how auf der Plattform für zukünftige Projekte. „Wir speichern unser geistiges Eigentum in der 3DEXPERIENCE Plattform und verwenden es wieder, um die Entwicklung neuer Batteriekomponenten zu beschleunigen“, präzisiert Baumgärtner. „Ist die Batterie erst einmal gebaut, testen wir sie anhand physischer Prototypen und korrigieren den Konstruktionsentwurf durch ein schrittweises Verfahren bis zur Vollendung. Wir glauben, dass ein physischer Prototyp in der Anfangsphase hilfreich ist, um ein bis dato noch nie entwickeltes Produkt zu bewerten. Jedoch werden wir uns bei der sukzessiven Optimierung letztendlich zunehmend auf die virtuellen Test- und Simulationsfunktionen von Electro-Mobility Accelerator verlassen, um unsere Kosten sowie die Zyklusdauer zu verringern. Einer der Bereiche, für die wir uns interessieren, ist das Wärmemanagement und der Kühlprozess zur Ermittlung, ob die Batterie beim Laden ausreichend gekühlt wird.“
„Wir möchten auch den Lebenszyklus unsere Produkte optimieren und ausbauen“, so Baumgärtner. „Unsere Produkte sind einem steten Wandel unterworfen, der in eine Richtung startet und sich je nach Kundenfeedback und weiteren Anforderungen weiterentwickelt. Diesen Prozess müssen wir genau protokollieren, um den Verlauf aller Änderungen und alle getroffenen Entscheidungen nachvollziehen zu können. Die 3DEXPERIENCE Plattform eignet sich perfekt dafür“, erklärt Baumgärtner.


Fertigungsorientierte Konstruktion

BVB Innovate schickt die Konstruktion an einen Drittanbieter, der die Batteriekomponenten spezifikationsgemäß anfertigt. „Momentan tauschen wir STEP-Dateien mit diesem Partner aus, betrachten die 3DEXPERIENCE Plattform jedoch als Chance zur Optimierung des Informationsaustausches. Wir können kontrollierten Zugriff auf unsere Daten in der Cloud gewähren, sodass die Produktion früher anlaufen kann. So kann der Partner außerdem am Konstruktionsprozess beteiligt werden, indem er unsere Entwickler über Fertigungseinschränkungen informiert, die dann von Anfang an berücksichtigt werden können. Das Ergebnis wäre ein reibungsloser Prozess und eine auf Anhieb richtige Produktion“, erklärt Baumgärtner.
Die Nutzung der 3DEXPERIENCE Plattform hat BVB Innovate neue Horizonte in der Produktentwicklung und somit auch neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnet. „Aufgrund der Tatsache, dass alle Konstruktions- und Produktionstechnologien auf einer Plattform vereint sind, haben wir viel über unseren eigenen Entwicklungsprozess von der Idee bis zum produktionsbereiten Produkt gelernt“, bemerkt Baumgärtner. „Das hat uns zu neuen Ideen inspiriert, um die E-Mobilität mit weiteren Produkten und Dienstleistungen zu fördern." Eines ist die Schaffung von Schnellladeparks an strategischen Orten entlang der Autobahnen und Straßen, damit Fahrer ihre Fahrzeuge unterwegs laden können. Ein anderes ist ein anzahlungsfreies Programm für Eigentümer von Standorten, an denen BVB Innovate die Ladeinfrastruktur einrichtet, besitzt und betreibt. Für den Eigentümer bringt dieser Dienst keinerlei Investitionen im Vorfeld oder Betriebskosten mit sich. "Das sind nur ein paar Beispiele, die unsere Begeisterung für die grenzenlose Mobilität veranschaulichen“, schließt Baumgärtner.

Foto Copyright: BVB INNOVATE

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